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Schützenfest, der Höhepunkt des Jahres
Bericht von Jessica Neuhaus
Schützenfest, das Highlight des Jahres oder sollte ich besser sagen, Stress pur, Auftritte, Antreten, gestriegelt und geschniegelt parat stehen und unser Schützenvolk von der besten Seite präsentieren!! Denn, was wäre Schützenfest, was wäre Drüpplingsen ohne uns, den Spielmannszug?
Also Leute, wer meint Schützenfest mit einer großen Sause mit viel Bier und jeder Menge Party in Verbindung zu bringen, der ist auf dem Holzweg und komme einmal mit mir hinter die Kulissen. Für uns Spielleute heißt es nämlich neben dem Spaßfaktor, der natürlich auch nicht zu kurz kommt, erst mal arbeiten und unser Dorf von der besten Seite darzustellen.
Der ganze Spaß beginnt bereits im Januar, wo wir mit dem Proben beginnen, neue Stücke lernen und alte wiederholen – also Arbeit die keiner sieht und keiner belohnt. Richtig los geht es dann am Schützenfest-Freitag, so gegen 16Uhr, mit einem gemütlichen Einstimmen auf das kommende Fest mit Würstchen und Bier, bevor wir dann um 19Uhr zum Bataillonsappell müssen, wo die Männer bei guter Führung, besonderer Leistung oder einfach weil sie lange genug im Verein sind befördert werden können. Danach ist erst mal Luft holen und Bier trinken angesagt, aber Vorsicht, denn wenn der neue König feststeht. müssen wir noch den großen Zapfenstreich–Marsch zusammen mit einer Blaskapelle spielen – seit einigen Jahren fester Bestandteil des Festes – und sich dabei zu blamieren, wäre äußerst peinlich. (vielleicht ein Grund, warum kaum einer sich traut den Solopart zu übernehmen!) Ich kann euch versichern es ist uns bisher immer geglückt, alles ordentlich über die Bühne zu bringen und diese ganz besondere Atmosphäre musikalisch zu untermalen. Ist der Zapfenstreich geschafft, ist der offizielle Teil für den ersten Abend erledigt und es ist ratsam, nicht allzu lange auf dem Fest zu verharren, denn die Nacht ist nicht allzu lang und der nächste Tag wird lang.
Am Samstagmorgen geht es nämlich schon um 9Uhr weiter zum Frühschoppen. Von da aus marschieren alle Kompanien zum Festplatz, das gesamte Bataillon sammelt sich und geht dann geschlossen zum alten Königspaar. Hier gibt es erst wieder einen kleinen Umtrunk, um anschließend wieder zum Festplatz zu latschen, wo dann das Jungschützen-Königsschießen stattfindet. Wir stellen natürlich an jeder Station unser musikalisches Können unter Beweis und geben dem Ganzen wieder einen Rahmen, sind zum ersten Mal müde und erschöpft, denn lauft mal den ganzen Vormittag trommelnd und pfeifend durchs Dorf! Ja, ja, ist halt kein Zucker schlecken! Aber auch den Nachmittag können wir recht frei gestalten und so sucht wohl der ein oder andere noch mal sein Bettchen für ein Stündchen auf, bevor wir um 20Uhr wieder gestriegelt und geschniegelt die Königspaare zur Proklamation ins Zelt begleiten müssen. Nach dem offiziellen Teil und einem letzten Märschchen kann dann endlich die Party steigen, d.h., wir Mädels latschen erst mal wieder nach Hause um uns umzuziehen, denn auf dem eigenen Schützenfest in Uniform zu feiern ist irgendwie nicht so schön und außerdem sehr unbequem, denn so ´ne Uniform ist ganz schön schwer und die Beweglichkeit ist auch irgendwie eingeschränkt. In den frühen Morgenstunden geht es dann nach einem feuchtfröhlichen Abend nach Hause und jeder versucht eine Mütze voll Schlaf zu bekommen, die einem die nötige Energie für den nächsten Tag verschaffen soll.
Um 13Uhr geht es am Sonntag zum Treffpunkt, wo vor dem großen Umzug durch das Dorf noch ein Gläschen getrunken wird. Um 15Uhr nehmen dann alle Aufstellung und wir marschieren mit Pauken und Trompeten durch das Dorf – natürlich bei jedem Wetter!!! Im Zelt angekommen sind die meisten doch etwas angeschlagen und geschafft, doch für eine kleine musikalische Darbietung für das neue Königspaar und die Gäste reichen die Reserven noch. Doch an diesem Abend verabschieden sich einige Kameraden schon etwas früher als sonst, bleiben der abendlichen Disco fern und schöpfen neue Energien für den letzten, anstrengendsten, aber auch besten Kampftag – den Tag der Überraschungen.
Gut ausgeschlafen, voller Elan und mit jeder Menge „gemeiner“ Ideen im Kopf treffen wir Spielleute uns Montag morgens, gegen 11Uhr, um unser Abendprogramm auf die Beine zu stellen bzw. um letzte Feinheiten zu besprechen, wie wir den König etwas auf die Schippe nehmen können – ist schon seit Jahren Tradition in Drüpplingsen, dass der Spielmannszug eine kleine Showeinlage präsentiert, wobei meist der König aufs Korn genommen wird. Alles geklärt, geht es kurz nach Hause „schicke Klamotten“ für die Show organisieren und anschließend treffen wir uns auf dem Festplatz, wo das Kinderschützenfest stattfindet. Das schönste an dem Montagnachmittag ist, dass wir auf der Bühne im Zelt Platz nehmen dürfen - cooles Gefühl - , aber ansonsten ist der Nachmittag eher unspektakulär. Gegen 17Uhr verdrücken wir uns, um die Show mit Verkleidung und Utensilien zu proben, verdrücken dabei ein Würstchen in gemütlicher Runde und lassen schon mal die Sektkorken knallen. Das ist wirklich immer nett, alle zusammen, dass meiste und vor allem die offiziellen Teile hat man fast geschafft und kann sich schon mal etwas entspannter auf den Abend freuen – man sollte allerdings am nächsten Tag Urlaub haben, wirklich sehr von Vorteil, denn wer schon mal montags in Drüpplingsen war, der weiß, dass wir ein Partyvolk sind und vor dem Morgengrauen nicht nach Hause gehen! 20Uhr wieder in Uniform am Zelt, schnell das Königspaar begleitet und dann langsam Rückzug und in Schale schmeißen, damit wir um 22Uhr mit der Show beginnen können...Dazu kann man jetzt nicht mehr viel sagen, man muss einfach dabei sein und uns live erleben, denn sexy Feuerwehrfrauen, Krankenschwestern mit Bierbäuchen, männliche Nonnen,... darüber kann man einfach nichts erzählen, man muss sie sehen. So, und danach feiern wir auch erst mal richtig, wenn wir uns das letzte Mal umgezogen und ins Partyoutfit geschlüpft sind. Rock on und macht euch selbst ein Bild.
Also, trotz leichten Anfällen von Müdigkeit über das Wochenende verteilt, dem ständigen an- , aus- und umziehen und den kaputten Füßen würde ich doch sagen, unser Schützenfest gleicht einem Highlight, auf das man sich schon ein ganzes Jahr im voraus freut und das nicht zuletzt, weil wir vom Spielmannszug eine so tolle Truppe sind, die es immer schafft einen ordentlichen Musikertrupp zusammenzubekommen, damit wir unser Dorf vertreten können.
Um dem ganzen jetzt einen Rahmen zu geben: das Drüpplingser Schützenfest, der Drüpplingser Spielmannszug ist ein Highlight und ich bin froh ein Teil davon zu sein und meinen Teil zum Gelingen eines solchen Festes betragen zu können!
J.N.
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