Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön...

Eine Spielmannszugfahrt auch, soviel kann ich euch schon vorab sagen!!!

Eigentlich darf ich laut Aussage einiger Kameraden zu unserer alljährlichen Spielmannszug – Jahres - Fahrt keine detaillierte Auskunft geben, denn es wurde uns „Neuen“, bei unserer ersten Fahrt gleich verdeutlicht, dass es eigentlich niemanden etwas angeht, wie viel Spaß wir auf der Fahrt haben und was so alles neben unserem Auftrittsprogramm geplant ist, aber ich denke jeder sollte wissen, was wir sonst noch so alles in petto haben und wie bekannt wir die Mosel rauf und runter eigentlich sind. (siehe auch unter Bilder)

Nun denn ein kleiner Ausflug zum Weinfest an die Mosel.
Freitagmittag, nach der Schule/Arbeit schnell duschen, Köfferchen ist gepackt und die Uniform hängt schon am Schrank, griffbereit zum anziehen und ab geht’s zum Feuerwehr Gerätehaus, wo schon der Bus steht, der uns Richtung Mosel bringt. Schnell noch die Instrumente verstauen, sich einen Platz im Bus sichern und ab geht die Post. Dann erst mal durchatmen, sich in den Sitz fallen lassen und schon mal ein Schlückchen leckeres Iserlohner oder eventuell andere Spirituosen zu sich nehmen – wir Mädels ziehen etwas andere Sachen vor und plädieren an dieser Stelle an das Einkaufsteam „Denkt an uns“ – und für die nächsten 3 Tage „Adieu Heimat“ sagen.
Kleine Pausen und ein ordentliches Mittagessen, z.B. am bekannten Mühlstein oder eine Brauereibesichtigung gehören zum Freitag dazu, bevor wir die Tour fortsetzen.
Meist schaffen wir es auf direktem Wege an unser Ziel zu kommen, aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so erinnern wir uns gerne an kleine Anekdoten mit gewissen Busfahrern/innen, wollen aber hier nicht lästern und schweigen daher still.
Endlich am Ziel, Koffer, Instrumente und was sonst noch da ist, von der Mosel hoch zu den Quartieren schleppen, kurz frisch machen, auf zur Weinkönigin, ein Ständchen bringen, das erste Gläschen Wein schlürfen und die Seele baumeln lassen.
Nach einem gemeinsamen Abendessen ist der Abend dann zur freien Verfügung und die meisten machen sich auf zum Weinfest und machen ordentlich Party, wie sich das für Drüpplingser gehört, aber einige setzen sich auch ganz gemütlich in eine der urigen Kneipen und genießen lieber ein Bierchen.
Die Nacht in der Turnhalle, wo die meisten von uns untergebracht sind, ist dann sehr unruhig und kurz, denn leider wird man ständig wach gemacht, wenn einer die Halle betritt und laut stampfend seinen Platz sucht oder am besten noch für Festtagsbeleuchtung sorgt. Das bedeutet auch; die Dusche am Morgen treibt den Schlafsand noch nicht aus unseren Augen und erst ein ordentliches Frühstück und eine große Tasse Kaffee bringen wieder etwas Leben in die müden Geister. Gut gestärkt steht dann eine kleine Moselfahrt auf dem Programm und es geht per Schiff in den nächsten Ort, wo wir dann etwas Zeit für uns haben. Anlass für einige, sich mit netten Assesoires auszustatten (Göttergewänder, schräge Brillen) oder nur ein wenig durch den Ort oder an der Mosel entlang zu schlendern. Die Zeit wird natürlich auch zum Mittagessen genutzt und die meisten Fast-Food-Läden freuen sich über dieses gute Geldgeschäft, während andere Gäste dumm gucken, dass so viele uniformierte Gestalten auf einem Haufen sind.
Auf dem Schiff treffen sich dann alle wieder und treten gemeinsam die „Heimreise“ an, wo nachmittags schon mal ein kleiner Umzug stattfindet oder einige sich für ein Nickerchen zurückziehen, während die anderen in der Turnhalle Fußball spielen oder andere akrobatische und waghalsige Turneinlagen einstudieren. Es gab auch schon mal eine Poolparty oder ähnlich witzige Aktionen, aber ein wenig Privatsphäre sei uns an dieser Stelle gegönnt, oder?
Den Abend kann dann wieder jeder für sich gestalten und meistens treffen wir uns auf dem Weinfest wieder, wo samstags noch ein wenig mehr los ist und wir mit unserer Feierlaune nicht mehr alleine sind.
Es folgt eine weitere kurze Nacht – mittlerweile gehören Oropax zu meiner Standardausrüstung fest dazu, die wenigstens den Lärm etwas dämpfen – ein noch ruhigeres Frühstück, als am Vortag und ein Frühschoppen, wo der ein oder andere schon ein wenig schwächelt. Doch unsere musikalische Leistung hat darunter nicht zu leiden, wahrscheinlich weil man, sobald einer wie verrückt auf die Pauke schlägt einfach wieder wach werden muss...
So nähern wir uns dem Ende des Wochenendes, dem großen Festzug – vergleichbar mit unserem Umzug sonntags - , wo sich alle an der Mosel treffen, Aufstellung beziehen und anschließend mit Musik und Weinköniginnen der ganzen Moselorte durch den Ort marschieren, sich am „Festplatz“ sammeln und wir uns nach einem weiteren Ständchen verabschieden und die Heimreise antreten.
Erst mal natürlich wieder Koffer schleppen – es gibt nämlich Busfahrer, die nur die großen Straßen benutzen und wer schon mal an der Mosel war, der weiß, dass es dort alles andere als flach ist uns so wird jeder Weg mit Gepäck 3x so schwer - , im Bus ein einigermaßen gemütliches Plätzchen suchen, wo man eventuell auch mal die Beine ausstrecken kann und dann nichts wie weg. Wer kann, macht die Augen zu und die Ohren am besten auch, denn die Musik, die wir dank einiger Jungs zu hören kriegen wird langsam langweilig – lasst euch mal was neues einfallen – und der Gesang (Gegröle) ist noch grausamer - leider sind meine Oropax tief unter in der Tasche!
Aber nach ein paar Stunden ist auch das überstanden und wir können alle wieder in unseren eigenen Betten schlafen.

Alles in allem ist unsere Fahrt immer wieder ein Riesen-Gaudi und mit sehr viel Spaß verbunden, aber ich bin auch froh, wenn ich nach einem so anstrengenden Wochenende erst mal wieder zu Hause bin und einige Sprüche für die nächsten vier Tage – bis zum nächsten Üben – nicht zu hören kriege!

Dieses Jahr geht es übrigens nach Bremen zum Freimarkt, wo wir auch schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, vor allem weil wir schon durch unsere rasanten Bus – Wendemanöver aufgefallen sind. Bin wirklich gespannt, was uns dort dieses Jahr alles erwartet und ich freue mich drauf, denn es wird mal wieder Zeit für eine Spielmannszugfahrt.

J. Neuhaus


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